- Jorun Thørring: Glaspuppen
Naja, ein Krimi eben. Spannend, aber immer wieder fall ich auf diese wahnsinniger-Serienmörder-treibt-sein-Unwesen-Variante rein. Und leider ist der Ermittler hier einfach nur unsympathisch. Ein ewig gereizter Mensch, der alle um sich ständig anblafft, ohne den geringsten Grund zu haben. Als dürfte ein Ermittler nicht auch mal gute Laune haben
- Ingrid Hedström: Die toten Mädchen von Villette
Ha, ein erfreulicher Krimi! Spannend, gut geschrieben, interessante Charaktere (und eine eher ungewöhnliche Ermittlerin!), glaubwürdig und mit einer plausiblen Lösung.
- Jens Schumacher, Jens Lossau: Der Elbenschlächter
Krimi und Fantasy in einem. Normalerweise bin ich ja bei Autorenduos misstrauisch, aber die Lesung war so unterhaltsam, da war ich schnell überzeugt. Das Buch ist kein Meisterwerk und die Lösung des Kriminalfalls deutet sich recht früh an, aber man erkennt, wie viel Spaß die Autoren beim Bauen ihrer Welt und beim Ausgestalten ihrer Charaktere hatten, da kann man über den einen oder anderen Holperer hinwegsehen
- Sara Shilo: Zwerge kommen hier keine
Sehr berührende, aus verschiedenen Perspektiven (das ist vor allem sprachlich schön umgesetzt) geschilderte Familiengeschichte aus Israel. Was passiert, wenn plötzlich der Vater und Ehemann gewaltsam zu Tode kommt (wie genau, ist nicht klar)? Zurück bleibt hier ein Familienrest, aus dem Vertrauten herausgerissene Menschen, die versuchen, sich an irgendetwas festzuhalten. Schön.
- Carlos Ruiz Zafón: El principe de la niebla
Hm. Für mich etwas unbefriedigend. Vielleicht zu sehr Jugendfantasy. :/
- Stephen King: Needful Things
Stephen King hat ein Auge für seine Figuren – und gerade deshalb musste ich nach einem Drittel aufgeben, weil es einfach zu deprimierend wurde.
- Linda Castillo: Die Zahlen der Toten
Wieder ein verrückter Serienmörder. Aber diesmal funktioniert es besser (auch wenn ich auf einige Details in den Beschreibungen recht gut hätte verzichten können). Sehr interessant finde ich, wie die Ermittlerin bei ihrer Arbeit (aber auch privat) zwischen immer irgendwie zwischen zwei Welten steht: auf der einen Seite die Amischen und ihre Familie, die sie verlassen hat, auf der anderen die „Außenwelt“, in der sie auch nicht zu einhundert Prozent angekommen ist.
- Friedrich Torberg: Mein ist die Rache
Gut. Fesselnd. Erschütternd.
- Friedrich Dürrenmatt: Das Versprechen
Ich habe den Film (›Es geschah am helllichten Tag‹) schon öfter gesehen – unheimlich spannend – und wollte auch mal lesen, was Friedrich Dürrenmatt in seinem Roman draus gemacht hat. Teilweise liegen Film und Roman so nah beieinander, dass ich die Filmszenen vor Augen hatte – aber das Ende ist anders. Keine so „bequeme“ Lösung des Falles, zurück bleibt eine Gescheiterter.
- Charlaine Harris: Falsches Grab
- Charlaine Harris: Ein eiskaltes Grab
Die Romane um Harper Connelly verbinden eine gerade sehr beliebte Thematik (Kontakt mit Toten etc.) mit einem sehr angenehmen Erzählstil – und sind glücklicherweise frei von sehnend seufzenden Teenagern, lodernden Blicken und ähnlichem Romantasy-Schwurbel. Und dann auch noch eine Krimihandlung, die es in sich hat. Sehr erfreulich, insgesamt
- Tschingis Aitmatov: Dshamilija
Schööööne und stille Liebesgeschichte. Und mit einem hoffnungsvollen Ende, was ja bei Liebesgeschichten in der Literatur eher selten vorkommt
- Andy Stanton: Sie sind ein schlechter Mensch, Mr Gum!
Ganz wundervoll! Besonders wundervoll, weil es von Harry Rowohlt übersetzt (und das Hörbuch auch von ihm gelesen!! Genauso wundervoll!!) ist. Schräg, irr und voller Freude an Sprache und am Schrägsein!
- Enrique Cortés: Der 26. Stock
Übel, grauenhaft und einfach nur schlecht. Noch dazu weckt der Klappentext völlig falsche Erwartungen. Aber bei dem Buch ist das noch das geringste von vielen Problemen. Platte (und vollkommen uninteressante) Charaktere, Handlungsstränge, die mit viel Tamtam eingeführt und dann unvermittelt wieder aufgegeben werden, „Aufbauen“ von Spannung mit dem Holzhammer, mehr als dürftige Handlungsmotivationen … und eine unglaublich dämliche „Auflösung“. Ja, der menschenverschlingende Schleimblob in den obersten Stockwerk und der handgeschnitzte Jesussymbolikrettungsfisch ist sogar noch fürchterlicher als alles, was Dan Brown seinen Lesern zumutet. Das soll was heißen.
[...] … leider sehr fragmentarisch [...]