- Martine Leavitt: Keturah
Eine sehr erfreuliche Überraschung! Ein junges Mädchen handelt mit dem Tod um das Leben der Menschen, die sie liebt. Und (inzwischen nicht mehr so überraschend) verliebt sich mit der Zeit in ihn. Keturah ist stolz, ein bisschen eigensinnig und vor allem kämpferisch. Sie erliegt eher widerwillig dem „Charme“ des Todes – und braucht dringend Zitronen
- Arkadi Babtschenko: Ein guter Ort zum Sterben
Kurz und krass. Das Leben auf ein Minimum reduziert, Männer warten und kämpfen im Schlamm, Regen und Dunkelheit; versuchen jeden Tag für sich zu überleben – und kein Ende ist in Sicht. Schnörkellos erzählt und leicht beklemmend,
- Thomas Finn: Weißer Schrecken
- Michail Scholochow: Donkosaken
Hm. Also man muss nicht lange überlegen, bei wem Scholochows Sympathien lagen. Eindeutig bei den Kommunisten. Die Vertreter der alten Macht – Popen, Großbauern, allgemein „weiße“ – nutzen die aufrichtigen, ehrlichen und verzweifelten Bauern und Arbeiter aus und begegnet den Kommunisten mit grausiger Brutalität. So ist das. Gut und böse sind hier ganz klar verteilt. Eigentlich unerträglich. Wenn da nicht die Sprache wäre, mit der Scholochow immer wieder kleine Zauberkunststücke vollbringt.
- Gerald Dickler: Prozesse, die Geschichte machten
Genau das, was der Name verspricht. Hintergrundinformationen zu den Prozessen um den französischen Offizier Dreyfuss, den Physiker Oppenheimer und den angeblichen Reichstagsbrandstifter. Und gleichzeitig ein Blick auf zeitgenössische Gesellschaft und Befindlichkeiten.
- Qiu Xiaolong: Schwarz auf Rot
Inspektor Chen – gewohnt gut und schön zu lesen.
- Stefan Slupetzky: Der Fall des Lemming
Eine Zufallsentdeckung. Ein wunderbarer Erzählton und ein ebenso wunderbarer Ermittler. Und der böse Humor scheint eine österreichische Spezialität zu sein
- Thomas Müller: Bestie Mensch – Gierige Bestie
Hm. Thomas Müller schreibt erfreulich zurückhaltend und ist bemüht, alles Schreierische zu vermeiden. Er berichtet aus seiner langjährigen Tätigkeit und bietet interessante Einblicke. Aber – und dafür kann der Autor nichts – einfache Antworten kann er auch nicht bieten
[...] Natürlich auch da eine kleine, feine Leseliste: [...]