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Archive for the ‘Review’ Category

Oktober 2010

  • Franz Irsigler und Arnold Lassotta: Bettler und Gaukler, Dirnen und Henker: Außenseiter in einer mittelalterlichen Stadt

Sehr, sehr umfangreich und informativ. Und nicht immer leicht zu lesen, weil die alten Erlasse und Dokumente nicht in modernes Deutsch „übersetzt“, sondern direkt übernommen wurden. Aber es ist die Mühe wert – es entsteht ein lebendiges und facettenreiches Bild von der Gesellschaft im Mittelalter und dem Leben in einer mittelalterlichen Stadt.

  • Liz Jensen: Endzeit

Spannend erzählt und ein bisschen beunruhigend. Eine großartig unangenehme Hauptfigur und ein fesselnder Wettlauf gegen die Zeit. Das „übersinnliche“ Element (das sich dann auch irgendwie erklären lässt) stört nicht im geringsten – dafür aber der kindische Eifersuchtsanfall der Ich-Erzählerin.

  • Ferdinand von Schirach: Verbrechen

Gut geschrieben. Einfach gut.

  • Renata Perty: Hilgensee

Renata Petry erschafft liebevoll-verschrobene Charaktere und bindet sie in eine schauderöse Krimihandlung ein. Die Auflösung ist blöd, aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Schade nur, dass es keine Fortsetzung geben wird 🙂

  • Ich will leben!

Das Tagebuch eines pubertierenden Mädchens im stalinistischen Russland. Nina ist ein sehr kantiger, schwieriger Charakter, ich hatte meine Probleme mit ihr.

  • Antonio Tabucchi: Der verschwundene Kopf des Damasceno Monteiro.

Spannend und richtig gut geschrieben.

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  • Martine Leavitt: Keturah

Eine sehr erfreuliche Überraschung! Ein junges Mädchen handelt mit dem Tod um das Leben der Menschen, die sie liebt. Und (inzwischen nicht mehr so überraschend) verliebt sich mit der Zeit in ihn. Keturah ist stolz, ein bisschen eigensinnig und vor allem kämpferisch. Sie erliegt eher widerwillig dem „Charme“ des Todes – und braucht dringend Zitronen 🙂

  • Arkadi Babtschenko: Ein guter Ort zum Sterben

Kurz und krass. Das Leben auf ein Minimum reduziert, Männer warten und kämpfen im Schlamm, Regen und Dunkelheit; versuchen jeden Tag für sich zu überleben – und kein Ende ist in Sicht. Schnörkellos erzählt und leicht beklemmend,

  • Thomas Finn: Weißer Schrecken

 

  • Michail Scholochow: Donkosaken

Hm. Also man muss nicht lange überlegen, bei wem Scholochows Sympathien lagen. Eindeutig bei den Kommunisten. Die Vertreter der alten Macht – Popen, Großbauern, allgemein „weiße“ – nutzen die aufrichtigen, ehrlichen und verzweifelten Bauern und Arbeiter aus und begegnet den Kommunisten mit grausiger Brutalität. So ist das. Gut und böse sind hier ganz klar verteilt. Eigentlich unerträglich. Wenn da nicht die Sprache wäre, mit der Scholochow immer wieder kleine Zauberkunststücke vollbringt.

  • Gerald Dickler: Prozesse, die Geschichte machten

Genau das, was der Name verspricht. Hintergrundinformationen zu den Prozessen um den französischen Offizier Dreyfuss, den Physiker Oppenheimer und den angeblichen Reichstagsbrandstifter. Und gleichzeitig ein Blick auf zeitgenössische Gesellschaft und Befindlichkeiten.

  • Qiu Xiaolong: Schwarz auf Rot

Inspektor Chen – gewohnt gut und schön zu lesen.

  • Stefan Slupetzky: Der Fall des Lemming

Eine Zufallsentdeckung. Ein wunderbarer Erzählton und ein ebenso wunderbarer Ermittler. Und der böse Humor scheint eine österreichische Spezialität zu sein 🙂

  • Thomas Müller: Bestie Mensch – Gierige Bestie

Hm. Thomas Müller schreibt erfreulich zurückhaltend und ist bemüht, alles Schreierische zu vermeiden. Er berichtet aus seiner langjährigen Tätigkeit und bietet interessante Einblicke. Aber – und dafür kann der Autor nichts – einfache Antworten kann er auch nicht bieten

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Meine Aprilbücher

(2010 natürlich :))

  • Anne George: O du Mörderische

Die beiden Southern Sisters ermitteln wieder. Cozy Crime wie es sein soll!

  • John Harvey: Verführung zum Tod

Der erste Krimi um den Ermittler Charlie Resnick. Und der ist auch das besondere an diesem Buch. Endlich hat sich ein Autor mal Mühe bei der Gestaltung seines Ermittlers gegeben. Daumen hoch! 🙂

  • Jasper Fforde: Im Brunnen der Manuskripte

Was soll ich sagen? Fforde, wie er sein muss. Gut, gut, gut!!!

  • Lilian Faschinger: Wiener Passion

Wundervoll! Erst war ich ein bisschen skeptisch, aber mit der Zeit sind mir alle Figuren so ans Herz gewachsen, dass ich das Buch nur mit Bedauern zugeschlagen habe. Lilian Faschinger erweckt außerdem das Wien des späten 19. Jahrhunderts so wundervoll zum Leben, dass man das Gefühl hat, wirklich schon einmal dort gewesen zu sein 🙂
Und wenn es schon um Wien geht, darf der Humor auch ein bissl bös sein.

  • Jasper Fforde: Irgendwo ganz anders

Siehe oben 🙂

  • Charlaine Harris: Ein eiskaltes Grab

Wieder ein Krimi mit Harper Connelly. Wieder ein guter, spannender Schmöker.

  • Drei Herren im Bett, die Katze nicht zu vergessen

Ein bisschen … unentschlossen, das ganze. So richtig warm bin ich nicht damit geworden, aber irgendwie hat es mir auch wieder gefallen. Auf jeden Fall lesenswert.

  • Brian Falkner: Der Tomorrow-Code

Richtig spannend! Schön, dass es mal keine US-amerikanischen Jugendlichen sind, die die Welt retten müssen – da erfährt man gleich noch ein bisschen was über die Maori. 🙂
Außerdem ist die Ausgangssituation richtig gut – die Menschheit hat sich für die Erde ja wirklich eher als Krankheit denn als Segen erwiesen. Und das Ende? Sehr, sehr gut gemacht!

  • Keine Posaunen von Jericho

Unglaublich viele Fakten, gut geschrieben und einfach gut. Natürlich bleibt nicht alles im Detail im Gedächtnis; aber zurück bleibt die Erkenntnis, dass vieles in der Bibel zwar nicht vollkommen fiktional ist, die historischen Tatsachen aber doch sehr stark uminterpretiert und überformt sind.

  • Ramiro Pinilla: Der Feigenbaum

Wenn man an Spanien denkt, fällt einem sicher nicht als erstes ein, dass dieses Land bis in die 70er eine faschistische Diktatur war, in der alles, was der sprachlichen, politischen, kulturellen und territorialen Einheit widersprach, grausam unterdrückt wurde. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich dieses „Duell“ zwischen einem baskischen Jungen und einem Falangisten, das mich lange nicht losgelassen hat.

  • John Harvey: Schlaf nicht zu lange

Gewohnt guter Krimi von einem gewohnt guten Autoren – auch ohne Charlie Resnick 🙂

  • Oliver Kalkofe: Geschafft! Wir sind blöd!

Oliver Kalkofes gesammelte Kolumnen. Einzeln sehr unterhaltsam böse, gesammelt werden sie mir mit der Zeit ein bisschen zu viel. Aber man kann ja auch in kleineren Dosen genießen 🙂

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Sommerlektüre

  • Jorun Thørring: Glaspuppen

Naja, ein Krimi eben. Spannend, aber immer wieder fall ich auf diese wahnsinniger-Serienmörder-treibt-sein-Unwesen-Variante rein. Und leider ist der Ermittler hier einfach nur unsympathisch. Ein ewig gereizter Mensch, der alle um sich ständig anblafft, ohne den geringsten Grund zu haben. Als dürfte ein Ermittler nicht auch mal gute Laune haben 😉

  • Ingrid Hedström: Die toten Mädchen von Villette

Ha, ein erfreulicher Krimi! Spannend, gut geschrieben, interessante Charaktere (und eine eher ungewöhnliche Ermittlerin!), glaubwürdig und mit einer plausiblen Lösung.

  • Jens Schumacher, Jens Lossau: Der Elbenschlächter

Krimi und Fantasy in einem. Normalerweise bin ich ja bei Autorenduos misstrauisch, aber die Lesung war so unterhaltsam, da war ich schnell überzeugt. Das Buch ist kein Meisterwerk und die Lösung des Kriminalfalls deutet sich recht früh an, aber man erkennt, wie viel Spaß die Autoren beim Bauen ihrer Welt und beim Ausgestalten ihrer Charaktere hatten, da kann man über den einen oder anderen Holperer hinwegsehen 🙂

  • Sara Shilo: Zwerge kommen hier keine

Sehr berührende, aus verschiedenen Perspektiven (das ist vor allem sprachlich schön umgesetzt) geschilderte Familiengeschichte aus Israel. Was passiert, wenn plötzlich der Vater und Ehemann gewaltsam zu Tode kommt (wie genau, ist nicht klar)? Zurück bleibt hier ein Familienrest, aus dem Vertrauten herausgerissene Menschen, die versuchen, sich an irgendetwas festzuhalten. Schön.

  • Carlos Ruiz Zafón: El principe de la niebla

Hm. Für mich etwas unbefriedigend. Vielleicht zu sehr Jugendfantasy. :/

  • Stephen King: Needful Things

Stephen King hat ein Auge für seine Figuren – und gerade deshalb musste ich nach einem Drittel aufgeben, weil es einfach zu deprimierend wurde. 🙂

  • Linda Castillo: Die Zahlen der Toten

Wieder ein verrückter Serienmörder. Aber diesmal funktioniert es besser (auch wenn ich auf einige Details in den Beschreibungen recht gut hätte verzichten können). Sehr interessant finde ich, wie die Ermittlerin bei ihrer Arbeit (aber auch privat) zwischen immer irgendwie zwischen zwei Welten steht: auf der einen Seite die Amischen und ihre Familie, die sie verlassen hat, auf der anderen die „Außenwelt“, in der sie auch nicht zu einhundert Prozent angekommen ist.

  • Friedrich Torberg: Mein ist die Rache

Gut. Fesselnd. Erschütternd.

  • Friedrich Dürrenmatt: Das Versprechen

Ich habe den Film (›Es geschah am helllichten Tag‹) schon öfter gesehen – unheimlich spannend – und wollte auch mal lesen, was Friedrich Dürrenmatt in seinem Roman draus gemacht hat. Teilweise liegen Film und Roman so nah beieinander, dass ich die Filmszenen vor Augen hatte – aber das Ende ist anders. Keine so „bequeme“ Lösung des Falles, zurück bleibt eine Gescheiterter.

  • Charlaine Harris: Falsches Grab
  • Charlaine Harris: Ein eiskaltes Grab

Die Romane um Harper Connelly verbinden eine gerade sehr beliebte Thematik (Kontakt mit Toten etc.) mit einem sehr angenehmen Erzählstil – und sind glücklicherweise frei von sehnend seufzenden Teenagern, lodernden Blicken und ähnlichem Romantasy-Schwurbel. Und dann auch noch eine Krimihandlung, die es in sich hat. Sehr erfreulich, insgesamt 🙂

  • Tschingis Aitmatov: Dshamilija

Schööööne und stille Liebesgeschichte. Und mit einem hoffnungsvollen Ende, was ja bei Liebesgeschichten in der Literatur eher selten vorkommt 🙂

  • Andy Stanton: Sie sind ein schlechter Mensch, Mr Gum!

    Ganz wundervoll! Besonders wundervoll, weil es von Harry Rowohlt übersetzt (und das Hörbuch auch von ihm gelesen!! Genauso wundervoll!!) ist. Schräg, irr und voller Freude an Sprache und am Schrägsein!

  • Enrique Cortés: Der 26. Stock

Übel, grauenhaft und einfach nur schlecht. Noch dazu weckt der Klappentext völlig falsche Erwartungen. Aber  bei dem Buch ist das noch das geringste von vielen Problemen. Platte (und vollkommen uninteressante) Charaktere, Handlungsstränge, die mit viel Tamtam eingeführt und dann unvermittelt wieder aufgegeben werden, „Aufbauen“ von Spannung mit dem Holzhammer, mehr als dürftige Handlungsmotivationen … und eine unglaublich dämliche „Auflösung“. Ja, der menschenverschlingende Schleimblob in den obersten Stockwerk und der handgeschnitzte Jesussymbolikrettungsfisch ist sogar noch fürchterlicher als alles, was Dan Brown seinen Lesern zumutet. Das soll was heißen.

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  • Tom Drury: Die Traumjäger

Schön und poetisch. Viel mehr kann ich eigentlich gar nicht dazu sagen.

  • Jennifer Brown: Die Hassliste

Ich wein ja sehr selten bei Bücher, aber hier ist es wieder mal passiert … Jennifer Brown beschreibt unheimlich eindringlich und einfühlsam, wie ein Valerie zwischen Trauma, Wut, Trauer und Schuldgefühlen versucht, sich  von Tag zu Tag in ein neues Leben zu kämpfen. Keine einfachen, bequemen Antworten.

  • Johan Harstad: Darlah

Hui, sehr spannend und auch verstörend. Interessante Figuren, langsam aber stetig wird ohne große Action Spannung aufgebaut – geschickte Andeutungen, die gerade genug und nie zu viel verraten. Die Wendung am Schluss ist sehr gut, aber keine absolute Überraschung. 🙂

  • Ilja Trojanow, Juli Zeh: Angriff auf die Freiheit

Gut geschrieben; es geht weniger um die Enthüllung wahnsinnig überraschender Neuigkeiten, vielmehr versuchen die Autoren eine kurze Darstellung von ziemlich unangenehmen Veränderungen in Politik und Gesellschaft. Auf jeden Fall empfehlenswert.

  • Fiona Patton: The Stone Prince

Ich hatte ja fast die Hoffnung aufgegeben, Fantasy ohne schimmernde Untote, betörende Zombies/Gestaltwandler/Nixen/Feen/Engel und dahinschmelzende Teenies zu finden. Und man muss wohl wirklich etwas in die Vergangenheit wühlen. Aber es lohnt sich J ›The Stone Prince‹ ist gute Fantasy mit einer schön gestalteten Welt, natürlich mit vielen der üblichen Zutaten aber einem erfreulich anderen Aufbau der Gesellschaft. Gut gemachte Charaktere schaden auch nie 🙂

  • Petra Tessendorf: Der Wald steht schwarz und schweiget

Ein Krimi, dessen Lösung in der Vergangenheit liegt – das ist ja logischerweise meistens so, diesmal liegt die Vergangenheit etwas weiter zurück. Bei einem Klassentreffen werden Erinnerungen und alte Gefühle aufgewirbelt. Die Autorin beschreibt die Atmosphäre so gekonnt, dass ich die drückende, träge Stille des Hochsommers richtig spüren konnte; sowas kommt auch nicht allzu häufig vor 🙂

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  • O Galgenbaum
    Nette Sammlung winterlicher Kurzkrimis
  • Katzenkrimis
    Wie der Name sagt: Katzenkrimis. Mal besser, mal schlechter 🙂
  • Anton Tschechow: Dreizehn lustige Erzählungen
    Auch selbsterklärend 🙂 Ich mag Tschechow
  • William Nicholson: Seeker
    Der erste Teil einer Fantasytrilogie (warum müssen das immer Trilogien sein?! Sind Autoren seit Tolkien dazu verpflichtet??) für Jugendliche. Gut, eine interessante Welt, aber leider auch nicht so begeisternd, dass ich unbedingt die anderen Teile brauche.
  • Qiu Xiaolong: Tod einer roten Heldin
    Wieder einmal ein Fall mit Inspektor Chen. Eine Mischung aus chinesischem Alltagsleben, Kulinarischem und ein bisschen Politik. Und wie immer sympathische Figuren.
  • Mark Twain: Die Tagebücher von Adam und Eva
    Sehr amüsant! Damit dürfte klar sein, dass die Verständnisprobleme zwischen Männern und Frauen schon immer vorhanden waren. Und dass man sich trotzem aneinander gewöhnen kann 🙂
  • Erich Kästner: Als ich ein kleiner Junge war
    Kurze Episoden aus Erich Kästners Kindheit – mit dem gewohnten Charme erzählt und im gewohnten Kästner-Ton.
  • Linda Quilt: Schauderhafte Wunderkinder
    Wunderhafte Kurzgeschichten über Wunderkinder aller Art. Schräg, humorvoll und einfach gut.
  • Qiu Xiaolong: Die Frau mit dem roten Herzen
    Inspektor Chen und die Langzeitfolgen der Kulturrevolution. Gut wie immer.
  • Friedrich Ani: Idylle der Hyänen
    Friedrich Ani wird auch hier seinem Ruf gerecht, gute Krimis mit Anspruch und ernsthaftem Hintergrund zu schreiben. Gut, aber keine leichte Kost.
  • Urs Augstburger: Graatzug
    Schaurig und fesselnd. Der Leser wird lange im Unklaren gelassen (bzw. ich habe lange gebraucht, um den Durchblick zu bekommen :)) und es entsteht ein Panorama von den Fünfzigern bis heute – Träume, verknüpfte Familiengeschichten, Verrat und Verlust. Und noch dazu eine Krimi-Geistergeschichte.

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Und der März

  • Hiromi Kawakami: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß
    Zauberhaft, zart, melancholisch und herb-romantisch. Eine besondere Liebesgeschichte, die lange nicht loslässt.
  • PD James: Ein makelloser Tod
    Ein sehr… umfangreicher Krimi der feinen englischen Art. Ein PD James eben. 🙂
    Aber leider hat mir das gefehlt, was diese traditionellen Krimis sonst so reizvoll für mich macht – das Miträtseln. Dafür gibt es zu wenige Hinweise (zumindest für mich :)) Und leider ist die Übersetzung nicht ideal. „Rumour Mill“ ist eben keine „Gerüchtemühle„, sondern eine „Gerüchteküche„.
  • Sabine Dabringhaus: Mao Zedong
    Becksche Reihe – gewohnt gut 🙂 Ein guter Überblick, sicher zuverlässig und mit umfangreichen Literaturangaben. Aber leider eben nur eine knappe Einführung, für mehr Infos muss man sich eben auf dickere Bücher stürzen. 🙂
  • Siegfried Lenz: Schweigeminute
    Nicht so sehr mein Fall. Nicht, weil es nicht gut wäre, vielmehr, weil ich der Erzählerstimme nicht den pubertierenden verliebten Jungen abnehme. Er klingt wie ein alter Mann, der so tut als sei er ein Junge. Das stört leider die ganze Zeit über – und stört das Vergnügen.
  • Katherine John: Leblos
    Ärgerlich platt. Wer schon mal gesehen hat, wie ein Mensch nach einer Gesichtstransplantation aussieht – oder sich auch nur mal genauer überlegt, wie das funktionieren muss – dem wird schnell klar, wie lächerlich der Ansatzpunkt ist. Und es wird kaum besser. Relativ schnell ist klar, wer der Täter ist; das allein ist ja nicht so schlimm, nur ist leider auch der Rest sehr unbefriedigend. Meh.
  • Evan Kuhlman: Der letzte unsichtbare Junge
    Ein Junge verliert seinen Vater und beginnt, zu verschwinden. Traurig, berührend – aber nie vollkommen hoffnungslos. Das Ende ist vorsichtig optimistisch – und hat mir ein paar Tränchen abgerungen; das passiert nicht oft.
  • Jasper Fforde: Es ist was faul
    Achja, Thursday Next und die Buchwelt. Diesmal mit einem zaudernden Hamlet und anderen wundervollen Dingen.
  • Anne George: Mörderische Dividende
    Die Southern Sisters. Cozy Crime, nette Charaktere und ein hübsches Sütstaatenporträt. Vulcanus‘ Hintern nicht zu vergessen. Ein schöner, leichter Schmöker.
  • Anne George: O du mörderische
    Tja, das gleiche wie oben 🙂

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Der Dezember

  • Laura Gallego García: Das Tal der Wölfe
    Der erste Band einer Trilogie – die ich leider nicht weiterverfolgen werde. Der Ansatz ist zwar wirklich reizvoll und die Figuren vielversprechend – man merkt aber leider viel zu sehr, dass das ein Roman für jüngere Jugendliche ist. Als erprobter Fantasy-Konsument ist man mehr gewohnt: mehr Details, was die Welt und die Gesellschaft angeht, genauere Beschreibungen, interessantere Konflikte. Zwar gut geschrieben, aber nichts für mich
  • Ian McDowall: Gleich bist du tot
    Feiner Krimi der englischen Art. Schneller Schmöker mit netten Charakteren.
  • Ian McDowall: Verhängnisvolles Wiedersehen
    siehe oben 🙂
  • Anne Bishop: Nacht
    Ja… die Cover sind immer noch so grauenhaft, dass man sich in der öffentlichkeit nicht mit diesen Büchern zeigen möchte. Die Übersetzung ist immer noch ein bisschen… zu deutlich erkennbar, es fehlt der Fluss, über manche Formulierungen muss man einfach stolpern.
    Aber sonst? Genauso gut wie der Rest der Reihe – immer noch düster, vielschichtig und süchtig machend 🙂
  • Angie Sage: Araminta Spuk auf Vampirjagd
    Araminta Spuk – meine Neuentdeckung! Eine wundervoll schräge Heldin (und die Illustrationen passen perfekt dazu!), eine zauberhaft gruslig-komische Geschichte… und… ach, man muss sie einfach lieben (und hier stört es nicht, dass Araminta eigentlich für Leser ab acht gedacht ist!).
  • Mario Leis: Leni Riefenstahl
    Ganz sicher kein sprachliches Meisterwerk, und auch zu kurz um wirklich erschöpfend zu sein. Aber ein guter erster Überblick, denke ich.
  • Katharina Münk: Die Insassen
    Nette Unterhaltung – der Humor ist für meinen Geschmack etwas zu… gezwungen, es fehlt das charmante Augenzwinkern. Aber es reizt doch mal zum Schmunzeln. Und dass diese Herren Banker in die Klapse gehören, die Vermutung hat man dann doch ab und zu…
  • Joncy Willet: Die Dramaturgie des Tötens
    Eine sehr sympathische Hauptfigur und ein interessanter Ansatz… ein schöner Krimischmöker für Tage am Pool. Aber rüchblickend muss ich sagen, dass alles ein bisschen zu viel des Guten war.
    Trotzdem ein Vergnügen
  • Friedrich Ani: Hinter blinden Fenstern
    Wer Ani kennt, weiß, dass seine Krimis nicht unbedingt leichte Kost sind – und er immer genau hinter die Kulissen der „normalen“ Leute schaut. Hier nicht anders. Viele kaputte, verletzte Figuren – aber ein Ermittler, der immer wieder erfreut!
    Einer meiner Lieblings-Krimiautoren!
  • Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre
    Achja, der Jasper! Wenn ich angfange, hör ich nicht mehr auf… also für alle, die Sprachwitz und schrägen Humor mit literarischen Werken schätzen (und eigentlich für alle anderen auch): Lesen!
  • Jasper Fforde: In einem anderen Buch
    siehe oben
  • Lichterfeste, Schattenspiele
    Kurzgeschichten von Adelbert-von-Chamisso-Preisträgern.
  • Antal Szerb: Die Pendragon-Legende
    Die Geschichte ist schon fast Nebensache (auch wenn sie klasse ist) – hier herrschen Stil (was für ein Dandy!), Ironie und Sprachwitz.
  • Susan Fletcher: Das Alphabet der Träume
    Echt ganz wundervoll. Zwei Geschwister im Zweistromland zur Zeit Christi Geburt, eine Karawane, drei Weise und eine prophetische Träume. Ein Buch, das ich nur ungern weggelegt habe, weil die Figuren und die Geschichte mich nicht mehr losgelassen haben.
  • David Safier: Jesus liebt mich
    Etwas… strange, aber immer wieder musste ich schmunzeln.

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Der Senf zum Februar

  • Qiu Xiaolong: Rote Ratten
    Ein weiterer Fall mit Inspektor Chen. Wieder mit Einblicken in die chinesische Gesellschaft, wieder mit appetitandregenden kulinarischen Beschreibungen. Und natürlich wieder mit liebgewonnenen Charakteren 🙂
  • Paulus Hochgatterer: Die Süße des Lebens
    Ein sehr psychologischer Krimi. Für mich war die Aufklärung des Mordes eine Art Aha-Moment – auf einmal habe ich die ganze Geschichte rückblickend in einem anderen Licht gesehen.
    Gut geschrieben und sehr einfühlsame Charakterbeschreibungen.
  • Anatol Chari: Undermensch
    Die Lebens- bzw. Überlebensgeschichte eines Mannes, der mit viel Glück nicht nur das Ghetto sondern auch mehrere KZs überstanden hat. Lakonisch, trocken und geht unter die Haut
  • Charles Ferdinand Ramuz: Die große Angst in den Bergen
    Eins der Bücher, das durch Sprache Antmosphäre den Leser einfach nicht mehr loslässt. Fast sollte man von Sprachmacht sprechen. Die Geschichte ist recht einfach – und eigentlich hab ichs nicht so mit „nur nicht zu viel Fortschritt“-Botschaften, aber diese hypnotische Sprache hat mich einfach nicht mehr losgelassen. Eines der wenigen Bücher, das ich mit einem Bild verbinde, wenn ich dran denke.
  • Hercule Poirot, Miss Marple, and…
    Eine Sammlung von Kurzkrimis von Agatha Christie. Und hier hab ich meinen liebsten Kurzkrimi wiedergefunden: Haus Nachtigall
  • Der Postmeister und andere Erzählungen
    Was soll man sagen – Der Postmeister eben 🙂
  • Stefán Máni: Das Schiff
    Etwas verwirrend, aber sehr, sehr gut. Aus unterschiedlichen Perspektiven immer wieder neu geschilderte Episoden, teilweise wortwörtlich, teilweise mit verwirrenden Abweichungen lassen viele Fragen offen – aber nicht aus Unachtsamkeit des Autors, sondern bewusst.
    Die einzelnen Charaktere, auf sich gestellt, jeder sein eigenes Ziel verfolgend sind glaubwürdig und interessant. Das Ende ist… fast schon zwingend, auch wenn man sich ein glücklicheres gewünscht hätte.
  • Cornelia Read: Schneeweißchen und Rosentot
    Der Vorgänger zu „Bald bist du tot“. Es ist noch nicht alles so… fragil wie in der Fortsetzung, der Fall ist ebenso spannend, der Ton, die Figuren genauso fesselnd. Auch wenn man ziemlich bald weiß, wer es denn wirklich war.
  • Friedrich Ani: Wie Licht schmeckt
    Ich bin unentschlossen. Einerseits hat diese Geschichte einen besonderen Zauber, die Stimmung und die Figuren lassen den leser so leicht nicht los. Andererseits… auch ein bisschen unbefriedigend.
  • Tom Bale: Amok
    Ein relativ unbefriedigender Krimi. Die Logik bleibt leider immer wieder auf der Strecke und die Figuren bleiben blass. Der Täter ist relativ schnell zu erahnen – und leider tröstet weder der Stil noch die Handlungsführung.
  • Reinhard P. Gruber: Aus dem Leben Hödlmosers: Ein steirischer Roman mit Regie
    Sehr, sehr schräg. Nicht nur die schaurige Moritat über Hödlmoser und seine Familie, obendrein erhält man noch Einblicke in den steirer Menschen und Boden. 😀

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Leseliste November

Amy Bloom: Die unglaubliche Reise der Lilian Leyb
Ein absolut wundervolles Buch. Die Heldin, die zuerst etwas sperrig scheint, wächst dem Leser mit der Zeit ans Herz – mit ihrer pragmatischen Art, ihere Zielstrebigkeit und ihrer Unbeugsamkeit angesichts eines Lebens voller kleiner und großer Katastrophen. Ein sprachlich verzaubernder, wunderbar komponierter Roman, der ein Panorama der zeitgenössischen USA bietet.

Bart Moeyaert: BrüderSüßes Kinderbuch mit Episoden aus einer leicht chaotischen Familie mit einem ganzen Haufen von Söhnen.

Val McDermid: Das Lied der Sirenen
Ein recht spannender, raffinierter Krimi um einen Serienmörder. Abgesehen von der Tatsache, dass Psychopathen für mich immer eine etwas unbefriedigende Lösung sind, ein guter Krimi. Besonders gefallen mir die aus der Sicht des Täters geschilderten Episoden.

Johan Theorin: Nebelsturm
Eine faszinierende und mitreißende Mischung aus Krimi und Geistergeschichte, in der der Ort des Geschehens mit zum Protagonisten wird.

Wolf Haas: Der Brenner und der liebe Gott
Der Brenner ist wieder da! Dazu muss eigentlich nichts gesagt werden: genauso gut, genauso fesselnd, genauso lustig wie die Vorgänger.

Chinesische Märchen
Eine Sammlung chinesischer Märchen, faszinierend anders – und doch gibt es immer wieder Ähnlichkeiten zu uns bekannten Märchen.

Anselm Grün: Die zehn Gebote
Eigentlich kennt man ja die zehn Gebote. Ungefähr jedenfalls. Hier bekommt man allerdings noch Erläuterungen, Erklärungen und Einblick in die Zeit, aus der die Gebote stammen. Interessant und faszinierend.

Michael Tsokos: Dem Tod auf der Spur
Entgegen der Behauptungen des Autors doch eine Sammlung wie viele andere. Ein ziemlich von sich eingenommener Autor und Fälle die wenig interessant, dafür umso blutiger präsentiert werden. Kein Wunderwerk.

Mörderischer Winter
Winterliche Kurzkrimis. Eine sehr überraschende Geschichte von Henning Mankell ist auch dabei.

Englische Gruselgeschichten / Uncanny Stories
Kaum zu glauben aber wahr – es gibt noch Gruselgeschichten, die ich nicht kenne 🙂 Sehr nette Sammlung gruseliger Kurzgeschichten.

Yang Xianhui: Die Rechtsabweichler von Jaibiangou
Eine Sammlung von Kurzgeschichten, die literarische Verarbeitung von Berichten Überlebender. Der pragmatische Stil schafft eine täuschende „Normalität“. Dahinter stehen wirklich grausige Ereignisse. Sehr packend.

Ilja Trojanow: Die Welt ist groß und Rettung lauert überall
Einfach großartig. Nach einem relativ seltsamen Einstieg entwickelt sich dieser Roman zu einer sprachlich furiosen, herzerwärmenden Geschichte.

Wolf Haas: Das Wetter vor 15 Jahren
Ein Haas ohne Brenner – kaum zu glauben! Aber es funktioniert ganz wunderbar. Eine einzigartig (zumindest ich habe sowas noch nie gelesen) erzählte Liebesgeschichte – und mehr wird nicht verraten. 🙂

Jutta Profjit: Kühlfach 4
Ein ganz spezieller Krimi mit zwei ungleichen Ermittlern: Ein rotziger Geist und ein schrulliger Gerichtsmediziner. Die beiden wachsen einem im Laufe der Geschichte einfach ans Herz, man möchte nur zu gern eine Fortsetzung davon sehen.

Constance Briscoe: Wie kann man nur so hässlich sein?
Die nur schwer vorstellbare Schilderung einer mehr als schweren Kindheit. Literarisch sicherlich keine Meisterleistung aber trotzdem beeindruckend.

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